BMI und Genetik: Wie Ihre Gene Ihre Zahlen beeinflussen

Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein gängiges Maß für das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße. Viele Menschen vergleichen ihre BMI-Zahlen mit Standardwerten, doch oft wird dabei ein wichtiger Faktor übersehen: die genetische Veranlagung. Gene beeinflussen, wie unser Körper Gewicht speichert, Fett verteilt und auf Ernährung reagiert.

1. Genetische Einflüsse auf BMI

Studien zeigen, dass 40–70 % der Variation des BMI durch genetische Faktoren erklärt werden können. Dazu gehören:

Veranlagung zu Fettansammlung: Manche Menschen speichern Fett schneller, andere eher Muskelmasse

Appetitregulation: Gene beeinflussen Hungergefühl, Sättigung und Heißhungerattacken

Stoffwechselrate: Die Geschwindigkeit, mit der der Körper Kalorien verbrennt, ist teilweise genetisch bedingt

2. Fettverteilung und Genetik

Nicht nur das Gewicht, sondern auch die Fettverteilung wird genetisch beeinflusst:

Bauchfett vs. Hüftfett: Bauchfett gilt als gesundheitlich riskanter

Familiäre Muster: Wenn Eltern oder Großeltern zu Übergewicht neigen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder ähnliche Muster entwickeln

3. BMI ist nur ein Richtwert

Die genetische Komponente erklärt, warum zwei Menschen mit ähnlicher Ernährung und Bewegung unterschiedliche BMI-Werte haben können. Deshalb ist der BMI allein kein perfekter Indikator für Gesundheit:

Ein genetisch bedingter hoher BMI bedeutet nicht automatisch ein hohes Gesundheitsrisiko

Muskelfülle oder natürliche Fettverteilung können die Zahlen verfälschen

4. Was Sie daraus lernen können

Auch wenn die Gene eine Rolle spielen, lassen sich BMI und Gesundheit durch Lebensstil beeinflussen:

Ernährung: Gesunde, ausgewogene Mahlzeiten anpassen

Bewegung: Regelmäßiges Training unterstützt Muskelaufbau und Fettabbau

Kontrolle: BMI im Kontext von Körperfettanteil, Fitness und Blutwerten betrachten

Fazit

Die Gene haben einen starken Einfluss auf Ihren BMI, doch sie sind nicht alles entscheidend. Wer Ernährung, Bewegung und Gesundheit bewusst steuert, kann BMI-Werte verbessern und gesundheitliche Risiken minimieren, unabhängig von der genetischen Veranlagung. Der BMI ist also ein Hilfsmittel, das immer zusammen mit anderen Faktoren betrachtet werden sollte.