Muskelmasse vs. BMI: Warum Sportler oft „übergewichtig“ wirken

Der Body-Mass-Index (BMI) wird häufig genutzt, um Gewicht und Gesundheitsrisiken einzuschätzen. Doch bei Sportlern kann der BMI irreführend sein, da er Muskelmasse und Fettgehalt nicht unterscheidet. In diesem Artikel erklären wir, warum viele sportliche Menschen auf dem Papier „übergewichtig“ erscheinen, obwohl sie gesund sind.

1. Wie der BMI funktioniert

Der BMI berechnet sich nach der Formel:

BMI=Gewicht (kg)Gro¨ße (m)2
BMI=
Gr
o
¨
ße (m)
2
Gewicht (kg)

Untergewicht: < 18,5

Normalgewicht: 18,5–24,9

Übergewicht: 25–29,9

Adipositas: ≥ 30

Problem: Der BMI berücksichtigt nicht, ob das Gewicht aus Muskeln oder Fett besteht. Muskelgewebe wiegt mehr als Fett, wodurch sportliche Menschen oft einen höheren BMI haben.

2. Muskelmasse kann den BMI „verfälschen“

Ein Bodybuilder oder Kraftsportler kann einen BMI von 27–30 haben

Laut BMI wäre das „Übergewicht“, obwohl Körperfettanteil niedrig und Gesundheit optimal ist

Dieselbe Körpergröße und dasselbe Gewicht bei einer weniger muskulösen Person würde zu einem völlig anderen Gesundheitsbild führen

Beispiel:

Sportler A: 1,80 m, 85 kg, Muskelanteil 45 %, Körperfett 12 % → BMI = 26,2 („Übergewicht“)

Durchschnittsperson B: 1,80 m, 85 kg, Muskelanteil 30 %, Körperfett 25 % → BMI = 26,2 („Übergewicht“)
Beide haben denselben BMI, aber die Gesundheit ist sehr unterschiedlich.

3. Warum Sportler trotzdem gesund sind

Muskelmasse steigert den Grundumsatz, was Kalorienverbrennung erleichtert

Kraft und Fitness verbessern Herz-Kreislauf- und Stoffwechselgesundheit

Niedriger Körperfettanteil reduziert Risiko für Diabetes, Herzkrankheiten und andere gesundheitliche Probleme

4. BMI nur als Orientierung verwenden

Sportler sollten BMI nicht isoliert betrachten

Ergänzende Messwerte:

Körperfettanteil (Bioimpedanz, Caliper, DEXA)

Taillenumfang

Fitness- und Gesundheitswerte (Blutdruck, Cholesterin, Ausdauer)

BMI eignet sich gut für Bevölkerungsstatistiken, aber nicht für individuell muskulöse Personen